Derbysieg - so gerade eben

Itzehoe Eagles gegen SC Rist Wedel – das gibt es scheinbar nur als Drama. Erneut lieferten sich die beiden Nachbarn aus der 2. Basketball-Bundesliga ProB einen harten Kampf, zum zweiten Mal in dieser Saison hatten die Eagles das bessere Ende für sich. In der randvollen Lehmwohldhalle schafften sie einen sehr wichtigen Sieg: 79:76 (18:28, 18:12, 22:19, 21:17).

Die Gäste aus dem Nachbarkreis mussten aufgrund diverser Ausfälle deutlich dezimiert antreten, vor allem hatten sie Größennachteile. Aber das nutzten die Eagles nur teilweise aus: „Wir waren manchmal nicht clever genug, den Ball nach innen zu bringen, wie wir das wollten“, sagte Coach Pat Elzie. Die Wedeler warfen alles hinein, was sie hatten – und das am Anfang im doppelten Sinne. Sie spielten schnell und mit viel Herz, und sie trafen hervorragend. Zwar wussten die Eagles um die Gefährlichkeit der Gäste aus der Distanz. Aber: „Wir wollten ihnen auf den Füßen stehen, das haben wir gleich am Anfang unglücklicherweise nicht gemacht“, sagte Elzie. Das erste Viertel dominierte so Wedel, während sich die Gastgeber sehr schwer taten. Das Positivste waren noch die ersten Punkte des lange verletzten Daniel Boahene in dieser Saison.

Auch im zweiten Abschnitt änderte sich das Bild erst wenig, bis auf 40:24 zogen die Gäste davon. Doch plötzlich zeigte die Eagles-Verteidigung Wirkung, in den letzten viereinhalb Minuten der ersten Halbzeit gelang Wedel kein Punkt mehr. Auf der anderen Seite fanden die Itzehoer unter dem Korb immer wieder Lars Kröger, der neun Punkte in Serie erzielte. So betrug der Rückstand zur Halbzeit nur 36:40.

Den besseren Start nach dem Wechsel hatte Wedel, dann traf Johannes Konradt einen Dreier, danach gelang Josh Wilcher endlich ein Korb: 44:45. Dem Führungsspieler klebte ansonsten das Wurfpech an den Fingern, dafür glänzte er als Passgeber. Jeder leistete seinen Beitrag, ob Frederik Henningsen mit wichtigen Würfen, Nelson Kahler mit drei geblockten Würfen in nur wenigen Minuten Einsatzzeit oder auch Kaimyn Pruitt als Rebounder, Punktesammler und Vorlagengeber. Aber jeder machte auch Fehler, die immer wieder Wedel in Vorteil brachten. „Das ist die ganze Saison schon so, wir stehen uns selbst im Weg“, sagte Elzie.

58:59 stand es vor dem letzten Viertel, in dem weiter fast durchgehend die Gäste knapp vorn lagen. Drei Minuten vor dem Ende verkürzte Henningsen auf 68:70, beim Stand von 71:72 gelang Wilcher eine enorm wichtige Verteidigungsaktion, als er ein Offensivfoul des Gegners provozierte. Kurz darauf stand der Australier nach einem weiteren Foulpfiff der Schiedsrichter an der Freiwurflinie und traf zwei Mal sicher: 73:72 für die Eagles. Wedel hätte von der Linie wieder in Führung gehen können, doch beide Versuche gingen daneben. Henningsen und Wilcher sicherten dann von der Linie nervenstark den Sieg.

Elzie pustete erleichtert durch: „Ein sehr hart erkämpftes Spiel.“ Über den Sieg zum Rückrundenauftakt – auch dank eines klar gewonnenen Rebound-Duells und sehr vieler Vorlagen seines Teams – sei er erst einmal glücklich, doch die anderen Ergebnisse zeigten, wie ausgeglichen die Liga sei. Und die nächste Partie wird besonders schwer: Am zweiten Advent geht es zu dem heimstarken Team von Lok Bernau.

Eagles: Frederik Henningsen (17, 3 Dreier, 6 Rebounds), Lars Kröger (13), Kaimyn Pruitt (12, 13 Rebounds, 7 Assists), Josh Wilcher (11, 10 Assists), Daniel Boahene (9, 10 Rebounds), Johannes Konradt (8, 2 Dreier), Nelson Kahler (6, 3 Blocks), Fabio Galiano (3), Lamar Roberson, Joachim Feimann, Erik Nyberg, Scotty Liedtke.