Aufstieg? Die Arbeit läuft

Endet eine immens erfolgreiche Saison für die Itzehoe Eagles mit dem Aufstieg? Die Möglichkeit ist da, nachdem die Spielzeit der BARMER 2. Basketball Bundesliga beendet und gleichzeitig beschlossen wurde, die Eagles als Nordmeister nach der Hauptrunde zum sportlichen Aufsteiger zu erklären. „Darauf hätten wir sehr gern verzichtet, wenn es dafür das Coronavirus nicht gegeben hätte“, sagt Eagles-Vorsitzender Volker Hambrock. „Aber nun ist die Chance des Aufstiegs in die ProA da, und wir werden alles daran setzen, sie zu nutzen.“

Sportlich keine Sorgen

Am wenigsten Sorgen macht den Eagles-Verantwortlichen dabei die sportliche Situation. „Unsere Mannschaft hat gezeigt, wozu sie fähig ist“, sagt Teammanager Stefan Flocken. Das Ziel sei, dieses Team zusammenzuhalten und gegebenenfalls punktuell noch zu verstärken. „Wir strecken unsere Fühler, wie immer in dieser Phase des Jahres, in alle Richtungen aus“, sagt Flocken. „Klar ist aber auch, dass im Moment nur Absichtserklärungen möglich sind – Verträge können in der aktuellen Situation nicht abgeschlossen werden.“

Denn niemand wisse, wie lange die Krise anhalten werde, unterstreicht Hambrock. Gut möglich, dass nicht wie gewohnt im September die neue Saison startet. „Dennoch müssen wir alle unsere Planungen, so gut es geht, darauf ausrichten, zumal die Frist für den Lizenzantrag bislang noch am 15. April abläuft.“ Die Standards in der ProA sind allerdings deutlich höher als bisher in der ProB, im Zentrum stehen dabei zwei Punkte: die Spielhalle und die Finanzen.

Wo würde gespielt?

In der bisherigen Heimhalle im Sportzentrum am Lehmwohld können die Eagles nicht ProA spielen: „Gefordert ist eine Halle mit mindestens 1500 Plätzen, Holzboden und Standkorbanlagen“, erläutert Hambrock. Mit diesem Thema befasse sich der Verein seit Jahren, begleitet von viel Unterstützung aus verschiedenen Richtungen. Spruchreif sei allerdings noch lange nichts, betont der Vorsitzende. „Und jetzt brauchen wir eine schnelle Lösung.“ Immerhin, ganz aussichtslos sei die Lage nicht: „Aktuell verfolgen wir verschiedene Ansätze, wieder mit sehr viel Unterstützung. Wir bitten aber um Verständnis, dass wir dies derzeit nicht öffentlich diskutieren können.“

Was ist mit dem Geld?

Beim Thema Finanzen ist klar: Der bisherige Etat wird bei weitem nicht reichen. „Selbst wenn man davon ausgeht, dass sich die aktuelle Lage auch auf die Gehälter auswirkt, wie es in anderen Profi-Bereichen ebenfalls zu erwarten ist, werden wir deutlich mehr Geld brauchen“, sagt Teammanager Flocken. Denn nicht nur Kosten für die Spieler werden steigen, sondern auch die für Auswärtsfahrten: Die ProA umfasst mehr Teams – die genaue Zahl ist noch unklar – und ist bundesweit organisiert, also nicht wie die ProB in Nord- und Südstaffel aufgeteilt.

"Gelegenheit für etwas Großes"

Auf der anderen Seite biete dies für Sponsoren eine ganz neue Plattform, sagt Hambrock. „Natürlich haben unsere aktuellen und auch potenziellen Partner im Moment ganz andere Sorgen“, so der Eagles-Vorsitzende. Völlig verständlich sei es auch, dass bestehende Sponsoren erklärt hätten, sie müssten zunächst die weitere Entwicklung abwarten. „Das waren aber nur wenige, und zum Glück haben wir immer darauf geachtet, breit aufgestellt zu sein.“ Zudem habe es positive Signale gegeben, dass sich Partner eine Erweiterung ihres Engagements vorstellen könnten, freut sich Hambrock. Selbst zu möglichen neuen Partnern gebe es Kontakt. Die Möglichkeit zum Aufstieg komme eventuell so schnell nicht wieder: „Es ist die Gelegenheit, etwas Großes, vielleicht sogar Historisches für die Region, die Stadt und den Verein zu erreichen“, sagt Hambrock. „Der Zeitpunkt könnte dafür kaum komplizierter sein – aber es wird eine Zeit nach der Corona-Krise geben.“

Zeit ist im Moment für die Eagles ein entscheidender Faktor, denn ihnen sitzt die Frist für den Lizenzantrag im Nacken. Hambrock setzt auf ein Entgegenkommen der Liga: „Es kann nur ein Light-Antrag werden, weil im Moment überhaupt keiner abschätzen kann, wie es weitergeht.“

 

 

"Sind ganz guter Dinge"

Wann wird die Corona-Krise überwunden sein? Wie geht es dann weiter? Diese Fragen beschäftigen alle – und natürlich auch die Itzehoe Eagles. Wirkliche Antworten kann es noch nicht geben, aber eines kann Vereinsvorsitzender Volker Hambrock feststellen: „Wir sind trotz allem ganz guter Dinge.“

Das bezieht sich ebenso auf die Situation rund um die erste Herrenmannschaft wie auf den Rest des Clubs. Die Entscheidung, die Saison in der BARMER 2. Basketball Bundesliga zu beenden, sei alternativlos gewesen, sagt Hambrock. „Die Gesundheit hat absolute Priorität.“ Gleichzeitig helfe sie den Vereinen ein gutes Stück weiter: „Für viele ist es nicht weniger als die Chance zum Überleben.“ Denn während einer Spielpause in der Liga hätte es keine Einnahmen gegeben, die laufenden Kosten zum Beispiel durch Spielergehälter aber sehr wohl. Hambrock: „Eine untragbare Situation, die auch bei uns eine existenzielle Krise ausgelöst hätte. Glücklicherweise ist das vermieden worden.“

Mit dem Saisonende sind die Verträge der Spieler nun ausgelaufen. Abgereist ist bislang allerdings nur Marko Boksic, während Chris Hooper und Chaed Wellian zunächst einmal in Itzehoe geblieben sind. An einer Möglichkeit für deren Rückreise werde gearbeitet, sagt Teammanager Stefan Flocken. „Das ist der aktuellen Situation nicht ganz einfach – aber da sich beide wohl fühlen in Itzehoe, ist es auch kein Problem.“

Über die kommende Saison machen sich die Verantwortlichen bereits Gedanken. „Natürlich wollen wir unser erfolgreiches Team möglichst zusammenhalten“, sagt Flocken. „Wir werden Gespräche führen, aber vertraglich fixieren lässt sich noch nichts.“ Denn im Moment sei offen, wann es weitergehen könne, mit welchen finanziellen Voraussetzungen dies passieren werde – und in welcher Liga. Als Nordmeister sind die Eagles zum sportlichen Aufsteiger in die ProA erklärt worden, an den Rahmenbedingungen wird aktuell gearbeitet. Ein Bericht dazu folgt.

Ebenso unklar wie bei der ersten Herrenmannschaft ist die Lage für den Gesamtverein. Der Spielbetrieb im Basketball-Landesverband ist mittlerweile sowohl für die Senioren als auch für die Jugend beendet. Dasselbe gilt für die Saison der zweiten Herrenmannschaft in der 2. Basketball-Regionalliga. „Wir würden zu gern Sport anbieten, doch was nicht geht, geht nicht“, sagt die 2. Vorsitzende Martina Iversen. Da bleibe den Eagles nur derselbe Weg wie vielen anderen, die Angestellte beschäftigten: Kurzarbeit.

Wie lange die Situation andauern werde, könne niemand sagen, sagt Hambrock. Er kann nur dick unterstreichen, was Hans-Jakob Tiessen, Präsident des Landessportverbandes, gerade erst betonte: „Wir hoffen auf die Solidarität unserer Mitglieder. Wir brauchen sie, um nach der Krise wieder mit voller Kraft durchstarten zu können.“

Umso mehr freut sich der Vorstand, dass bisher keine einzige Kündigung bei den Eagles eingegangen ist. Und nicht nur das: Nach der Absage des Stadtwerke-Camps in den Osterferien habe der Vater eines angemeldeten Teilnehmers auf die Rückzahlung der Anmeldegebühr verzichtet und diese dem Verein gespendet, berichtet Martina Iversen. Ganz ähnlich verhielten sich Fans, die Tickets für das erste Playoffspiel gegen Speyer gekauft hatten: Auch sie wollten das Geld nicht zurückhaben. „Das sind tolle Gesten, die uns sehr freuen“, sagt Volker Hambrock und ergänzt im Namen des Vorstands und des gesamten Vereins: „Wir danken für jede Unterstützung – und wir wünschen allen, dass sie gesund bleiben.“

 

Ehrung für Chris Hooper

Er war eine zentrale Figur bei den Itzehoe Eagles auf dem Weg zur Nordmeisterschaft in der BARMER 2. Basketball Bundesliga – und die Leistungen von Chris Hooper sind auch der Plattform Eurobasket.com nicht verborgen geblieben. Sie zeichnete den 28-jährigen Amerikaner gleich dreifach aus und wählte ihn ins 1st Team der besten fünf Spieler sowie zum Forward of the year und Import player of the year.

In allen 22 Partien der regulären Saison stand Hooper für die Eagles im Schnitt knapp 32 Minuten auf dem Feld und erzielte dabei durchschnittlich ein Double double: zweistellige Werte in zwei Kategorien mit 19,5 Punkten und 10,3 Rebounds. Dabei traf er 60 Prozent seiner Würfe aus dem Feld und war zudem in der Verteidigung eine große Stütze für sein Team. „Chris hat diese Saison einfach dominant gespielt“, sagt sein Trainer Patrick Elzie. „Die Auszeichnungen sind mehr als verdient.“

Auf der anderen Seite habe der Hooper keineswegs im Alleingang für die Meisterschaft der Eagles gesorgt – „die hatten wir einer hervorragenden Leistung des ganzen Teams über die Saison hinweg zu verdanken“, so Elzie. Jeder habe seinen Beitrag geleistet zum Erfolg, nicht umsonst findet sich ein weiterer Eagles-Akteur in der Liste der Ausgezeichneten bei Eurobasket.com: Die Leistungen von Marko Boksic in seiner ersten Saison in der 2. Liga wurden mit einer „Honorable mention“ gewürdigt.

 

 

Saisonende - Aufstieg!?

Die Saison in der BARMER 2. Basketball Bundesliga ist beendet. Es gelten die Tabellen nach der Hauptrunde, und das heißt: Die Itzehoe Eagles sind als Meister der Nordgruppe der ProB sportlich in die ProA aufgestiegen. Das hat die 2. Basketball Bundesliga GmbH nach Beratung mit den 41 Bundesligisten angesichts der Corona-Krise entschieden.

„Wir wollen keine Fans, Spieler und Mitarbeiter in Gefahr bringen", sagt Geschäftsführer Christian Krings. "Zudem erlauben die Gegebenheiten bei den Vereinen vor Ort keinen fairen Wettkampf mehr." So bleibe nur die vorzeitige Beendigung des Spielbetriebs, denn: "Wir sehen in absehbarer Zeit keine Möglichkeit, den Spielbetrieb unter Berücksichtigung der Gesundheit, Wirtschaftlichkeit und gleichen Wettkampfbedingungen wieder aufzunehmen."

Die aktuellen Tabellenstände wurden zu Abschlusstabellen erklärt. Da die Playoffs in der ProB komplett entfallen, haben die Eagles als Nordmeister sportlich den Aufstieg geschafft. Volker Hambrock, 1. Vorsitzender der Itzehoe Eagles, erklärt dazu: "Es ist eine großartige Gelegenheit, und die Mannschaft hat sie sich mit einer tollen Saison verdient – nur wirklich freuen können wir uns darüber nicht angesichts der aktuellen Situation. Dennoch wollen wir alles daran setzen, diese Chance zu nutzen. Die Hürden, um die Lizenzbedingungen für die ProA zu erfüllen, sind sehr hoch. Ob wir sie bewältigen können, werden wir in den kommenden Wochen prüfen. Es wartet sehr viel Arbeit auf uns."

Ein Hinweis für die Eagles-Fans, die Karten für das Playoff-Heimspiel gegen Speyer im Vorverkauf erworben hatten: Nachdem nun endgültig feststeht, dass die Partie nicht stattfinden wird, können diese an den Vorverkaufsstellen zurückgegeben werden, wo sie erworben wurden. Natürlich könne darauf auch verzichtet werden, sagt Hambrock. "Das würde unserem Verein in diesen schwierigen Zeiten ein kleines Stück weiterhelfen."

Run auf die Shirts

Das Playoff-Heimspiel der Itzehoe Eagles gegen Speyer findet nicht statt - und ob es überhaupt noch gespielt wird, entscheidet sich Anfang der Woche in einer außerordentlichen Mitgliederversammlung der Liga. Umso erstaunlicher, wie gern die Eagles-Fans sich ein Playoff-Shirt sichern wollten: Erstmals waren sie am Freitag bei B & H zu haben, und der Andrang war groß. Vor dem Verkaufsstand bildete sich eine Schlange, danach konnten sich die Fans Unterschriften abholen bei Marko Boksic, Chaed Wellian, Tobias Möller, Alieu Ceesay, Chris Hooper und Coach Patrick Elzie. Fast eine Stunde lang waren sie gut beschäftigt - wenigstens ein kleiner Lichtblick für die Hauptrundenmeister, die nur zu gern am Sonnabend in die Playoffs gestartet wären.

Bei Interesse an einem Shirt, bitte hier melden: eagles-fanshop@gmx.de.

Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden.