Saisonstart verschoben

Mitte September sollte es wieder losgehen für die Itzehoe Eagles. Das war der Plan vor der Corona-Zeit. Am Montag hat die BARMER 2. Basketball Bundesliga bekannt gegeben: Die Saison 2020/21 soll am 16. Oktober starten. Seit dem vorzeitigen Ende der vergangenen Spielzeit seien verschiedene Szenarien und Konzepte für einen Start der neuen Saison mit Zuschauern entwickelt worden. Der Empfehlung der Liga, am 16. Oktober zu beginnen, stimmten die Bundesligisten einmütig in einem digitalen Umlaufbeschluss zu.

Die Mitteilung der Liga gibt es hier im Wortlaut.

Lizenz erteilt

Wann die neue Saison in der BARMER 2. Basketball Bundesliga starten kann, ist offen. Aber ein wichtiges Papier haben die Itzehoe Eagles in der Tasche: die Lizenz. Zudem steht fest, gegen wen sie in der kommenden Spielzeit antreten werden.

Zwölf Teams werden wie in der Vorsaison die Nordstaffel der ProB bilden, vier von ihnen erhielten die Lizenz ohne Auflagen – und die Eagles gehören dazu. „Wir freuen uns über den erneuten Beleg für die solide Arbeit in unserem Verein“, sagt Vorsitzender Volker Hambrock. Besonderer Dank gebühre seiner bisherigen Stellvertreterin Martina Iversen, die diesen Posten in der jüngsten Mitgliederversammlung an Ralf Hoppe abgegeben hatte: „Martina hat unseren Lizenzantrag wie in den Vorjahren ebenso kompetent wie engagiert betreut“, lobt Hambrock. Die Lizenzerteilung ohne Auflagen sei ganz besonders ihr Verdienst.

Als Nordmeister in der wegen der Corona-Krise abgebrochenen Saison hatten die Eagles den Antrag sowohl für die ProA als auch für die ProB gestellt. Auf die ProA verzichtete der Verein, weil die Bedingung einer Spielstätte mit mindestens 1500 Plätzen nicht zu erfüllen war. In der ProB treffen die Eagles auf viele alte Bekannte, zumal beschlossen wurde, dass niemand absteigen muss. Allerdings gab es auch in der Nordstaffel ein Corona-Opfer: Der Erstliga-Unterbau aus Oldenburg, lange eine feste Größe in der ProB, tritt aus finanziellen Gründen jetzt in der Regionalliga an.

Die Gegner der Eagles in der kommenden Saison sind ART Giants Düsseldorf, BSW Sixers, EN Baskets Schwelm, Iserlohn Kangaroos, Lok Bernau, SC Rist Wedel, TKS 49ers, VfL SparkassenStars Bochum und WWU Baskets Münster. Hinzu kommen als Aufsteiger der Eimsbütteler TV und die RheinStars Köln, die Dresden Titans rücken dafür in die Südstaffel. „Dadurch sinkt der Aufwand bei den Auswärtsfahrten natürlich“, sagt Eagles-Teammanager Stefan Flocken.

Die Kaderplanungen laufen, demnächst werde es dazu Nachrichten geben, so Flocken. Parallel gelte es weiterhin, trotz der problemlosen Lizenzerteilung an der finanziellen Basis zu arbeiten, betont Hambrock. „Wir wollen in der kommenden Saison wieder eine sehr gute Rolle spielen, doch selbstverständlich bleibt die Corona-Krise auch für die Eagles nicht ohne Folgen.“ Die erfolgreiche Crowdfunding-Aktion im Mai sei sehr wertvoll gewesen – nun werde man genau prüfen, ob das vom Bund beschlossene Hilfsprogramm für den professionellen Sport weitere Unterstützung bringen könne.

Hoffen auf neue Halle

Eine neue, deutlich größere Spielstätte – seit Jahren setzen sich die Itzehoe Eagles für dieses Ziel ein. Was bisher weitgehend hinter den Kulissen ablief, ist nun öffentlich: Mit einer kraftvollen Resolution in Richtung Landesregierung hat sich die Itzehoer Ratsversammlung hinter das Konzept für einen „Alsen-Campus“ gestellt.

Die Realisierung auf dem brach liegenden früheren Gelände der Alsen-Zementfabrik wäre „ein Leuchtturmprojekt mit großer überregionaler Strahlkraft“, heißt es in der Resolution. Ein zentrales Element ist eine Multifunktionshalle mit Event-Sportarena und E-Sports-Bereich, hinzu kommen unter anderem ein Hotel, Büro- und Gewerbeflächen sowie ein neuer Standort für die Polizei. Dieser wird in Itzehoe schon länger gesucht und wäre laut Resolution ein „wichtiger Teilbaustein des Gesamtprojekts“. Deshalb wird an das Land appelliert, den „Alsen-Campus“ in einer Investoren-Lösung gemeinsam mit der Stadt umzusetzen. Auch der Raumbedarf für die städtische Bibliothek und die Volkshochschule könnte demnach gedeckt werden.

Bereits vor der Sitzung der Ratsversammlung hatten die Itzehoe Eagles die Ratsmitglieder mit einem Schreiben über die Vorgeschichte informiert. Das Ziel des Vereins sei mittelfristig der Aufstieg in die BARMER 2. Basketball Bundesliga (ProA), doch die dafür benötigte Halle mit mindestens 1500 Plätzen gibt es in der Region nicht.

Deshalb hat der Verein in den Jahren 2018/2019 mit Unterstützung der AktivRegion Steinburg und einiger Sponsoren eine Machbarkeitsstudie für eine Multifunktionsarena in Itzehoe anfertigen lassen. Das Institut für Sportstättenberatung IFS kommt darin zu dem klaren Ergebnis, dass eine solche Halle eine sehr gute Chance hat, sich erfolgreich zu etablieren. Dabei wird auch auf den in der Region bestehenden hohen Bedarf an Räumen für Veranstaltungen aller Art hingewiesen. Die Halle, so das Gutachten, werde ein wichtiger Faktor für die wirtschaftliche und städtebauliche Entwicklung Itzehoes, aber auch für das Image der Stadt.

Unabhängig von der Studie entstand durch Eagles-Cheftrainer Patrick Elzie der Kontakt zu der Hamburger Imvest-Gruppe, die das umfassende Konzept für den „Alsen-Campus“ vorlegte. Mit großer Unterstützung aus dem Rathaus, insbesondere durch Wirtschaftsförderer Thomas Carstens, und der CDU-Wirtschaftsausschuss-Vorsitzenden Claudia Buschmann wurde in den vergangenen Monaten daran gearbeitet, dieses Konzept voranzutreiben.

Eagles-Vorsitzender Volker Hambrock erinnerte in der Ratsversammlung daran, dass der Verein in dieser Saison hätte aufsteigen können, dies aber schon an der fehlenden Spielstätte gescheitert sei. In allen Gesprächen, auch mit Partnern, habe es auf die Idee für eine Multifunktionsarena nur positive Resonanz gegeben – das spreche für den hohen Bedarf, so Hambrock. Ein potenzieller Betreiber mit viel Erfahrung stehe bereit: „Das zeugt davon, dass nicht nur wir dieses Potenzial sehen, sondern auch Profis.“ Die Halle wäre ein großer Schritt für die Eagles, ihnen gehe es aber ausdrücklich um den Vorteil für die ganze Region, die damit auch einen Ort für große kulturelle Ereignisse oder Firmenveranstaltungen bekäme. Sehr wichtig sei, dass die Halle nicht in Konkurrenz zum Theater treten dürfe, unterstrich der Eagles-Vorsitzende. „Schöne Synergieeffekte“ ließen sich erzielen mit dem Projekt Störauf, das die volle Unterstützung der Basketballer habe.

Bürgermeister: "Ensemble, das seinesgleichen sucht"

Bürgermeister Andreas Koeppen wünschte sich mit der Zustimmung zur Resolution ein starkes Signal für die Gespräche mit dem Land über die Polizeidirektion. Der „Alsen-Campus“ biete die große Chance, viele Wünsche der Stadt umzusetzen, und das auch noch mit einem Investoren: „Insgesamt würden wir ein Ensemble dort hinbekommen, wie es seinesgleichen sucht.“ In der Resolution heißt es dazu: „Die Verwirklichung der Einzelkomponenten in einem Gesamtvorhaben ist eine Riesenchance für Itzehoe, die es jetzt zu nutzen gilt.“

Zudem passe das Konzept gerade jetzt sehr gut, weil das Land den Sport fördern wolle und Itzehoe als einer der Schwerpunkte genannt werde, stellte der Bürgermeister fest. Das unterstrich auch Erster Stadtrat Ralph Busch (CDU), der die Bedeutung des Projektes für die Stadtentwicklung hervorhob: „Es wäre schön, wenn wir in Itzehoe mal wieder Vorreiter sind.“

Diese Gelegenheit komme nicht wieder und dürfe nicht ausgeschlagen werden, meinte Karl-Heinz Zander (Grüne). „Es ist eine grandiose Chance für Itzehoe“, gleichzeitig könne das Land mit dem Projekt Strukturförderung an der Westküste betreiben.

Schon der Umfang des „Alsen-Campus“ zeige, wie nötig die einzelnen Vorhaben seien, sagte Sigrun Schmidt (SPD). Priorität hätten dabei die Polizei und die Eagles, deren Strahlkraft Florian Heinze von der Dafi betonte: „Ein wichtiger Werbeträger für die Stadt Itzehoe und die ganze Region.“

Fast einmütig wurde die Resolution verabschiedet. „Wir hoffen, dass die Botschaft in Kiel Gehör findet“, sagte Eagles-Vorsitzender Hambrock. „Unser Dank gilt dem Rathaus und den Politikern der Stadt – für die Unterstützung bisher und in Zukunft und auch für die Wertschätzung, die in der Debatte wieder einmal deutlich wurde.“

Die Resolution im Wortlaut findet ihr hier.

 

Elzie und Hooper geehrt

Es war die erfolgreichste Saison in der Geschichte der Itzehoe Eagles – das Ergebnis sind Auszeichnungen für zwei zentrale Figuren. Patrick Elzie ist zum Coach der Saison in der BARMER 2. Basketball Bundesliga (ProB) gewählt worden. Chris Hooper ist Spieler der Saison, in der die Eagles die Nordmeisterschaft errangen.

Die Trainer und Kapitäne aus ProA und ProB hatten die Vorauswahl getroffen. Es folgte eine für alle offene Online-Abstimmung beim Basketballshop Ballside, in der sich Elzie und Hooper gegen jeweils drei Mitbewerber durchsetzten. Er freue sich über die Ehre, sagt Elzie, doch der Erfolg sei ein Verdienst des Teams. „Wir haben uns als Mannschaft gut präsentiert und eine super Saison gespielt.“ Eigentlich sei es ein Sieg für den ganzen Verein inklusive der Fans, die das Team durchgehend sehr gut unterstützt hätten.

Durchschnittlich 19,5 Punkte, 10,3 Rebounds und ein Effektivitätswert von 23,5 – mit diesen Zahlen beendete Chris Hooper seine erste Zweitliga-Saison, in der unter dem Korb offensiv wie defensiv stets auf den Amerikaner Verlass war. „Die Ehrung hat er sich mehr als verdient“, sagt Elzie.

Er sei sehr dankbar für die Auszeichnung, sagt Hooper selbst. Vor der Saison habe er sich ein Ziel gesetzt und dieses die ganze Zeit über verfolgt. „Ich danke meinen Teamkameraden und Coaches dafür, dass sie an mich geglaubt und mir vertraut haben“, sagt Hooper. „Und natürlich den wundervollen Fans.“

 

 

 

Weiter in der ProB

Die neue Saison in der BARMER 2. Basketball Bundesliga – wann und wie sie beginnt, ist angesichts der Corona-Krise offen. Sicher ist aber: Die Itzehoe Eagles werden wie bisher in der ProB an den Start gehen.

Die Eagles hatten in der vorigen Saison die Meisterschaft in der Nordgruppe errungen und waren nach dem Abbruch der Spielzeit zum sportlichen Aufsteiger erklärt worden. Daraufhin stellten die Itzehoer den Lizenzantrag sowohl für die ProB als auch für die ProA – „dabei war uns natürlich bewusst, dass es eine Herkulesaufgabe werden würde, die Bedingungen für die ProA zu erfüllen“, sagt Eagles-Vorsitzender Volker Hambrock. „Aber wir mussten es versuchen, um diese große Chance für unseren Verein und für die ganze Region nicht einfach verstreichen zu lassen.“

In den vergangenen Wochen sei sehr viel ehrenamtliche Arbeit investiert worden, um den Aufstieg zu ermöglichen, sagt Hambrock. Dabei ging es vor allem um die Spielstätte: Gefordert ist in der ProA eine Halle mit mindestens 1500 Plätzen und Parkettboden, die es in der gesamten Region nicht gibt. „Es war von vornherein klar, dass das für uns die zentrale Frage sein würde, die eine Lösung brauchte“, sagt Stefan Flocken, Eagles-Vorstandsmitglied und Teammanager der ersten Herrenmannschaft. Diverse Möglichkeiten seien durchgespielt worden vom Errichten einer temporären Spielstätte bis zum Ertüchtigen vorhandener Hallen. „Von den Behörden und auch einigen unserer Partner haben wir viel Unterstützung erhalten“, schildert Flocken. „Letztlich war aber klar, dass wir in der Zeit, die zur Verfügung steht, keine Lösung finden können.“ Damit ist ein ProA-Aufstieg nicht zu realisieren: Der Lizenzantrag wurde zurückgezogen, parallel wurden die Unterlagen für die ProB fristgerecht bei der Liga eingereicht. Doch auch wenn es in diesem Jahr nicht klappt, Vereinsvorsitzender Hambrock betont: „Wir werden das Ziel ProA nicht aus den Augen verlieren und auch das Thema Halle weiter verfolgen.“

Die Arbeit habe sich zwar auf die Spielstätte konzentriert, aber nicht nur: Auch das Erfordernis eines deutlich höheren Etats wäre eine Hürde auf dem Weg in die ProA gewesen. „Unsere größten Partner haben ihr Engagement bestätigt, teils sogar eine Erhöhung zugesagt“, freut sich Hambrock. „Das ist ein starkes Signal gerade jetzt in der Krise. Wir müssen im Sponsorenbereich zwar noch Einiges tun, doch diese Zusagen geben uns schon ein großes Stück Planungssicherheit für die kommende Saison in der ProB.“

Obwohl die Entwicklung wegen der Corona-Krise ungewiss sei, werde am Team für die neue Spielzeit intensiv gearbeitet, sagt Flocken. Das klare Ziel der Eagles sei, wieder oben mitzuspielen: „Wir haben gezeigt, dass wir es können. Jetzt tun wir alles dafür, in der kommenden Saison noch stärker zu sein.“

 

 

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