Alle in Weiß beim Derby

Ihre nächsten beiden Partien in der BARMER 2. Basketball Bundesliga bestreiten die Itzehoe Eagles in fremder Halle. Dennoch werden sie am Sonntag viele Fans im Rücken haben: Es ist Derby-Zeit. Das Spiel beim SC Rist Wedel beginnt um 17 Uhr in der Steinberghalle.

Die schlechte Nachricht aus dem Eagles-Lager zuerst: Johannes Konradt fällt aus, und das nicht nur für dieses Spiel. Beim Heimsieg gegen Iserlohn am vergangenen Sonnabend verletzte er sich beim Rebound unter dem eigenen Korb. Zwar kehrte er später auf das Feld zurück, doch nach dem Spiel wurde der Fuß dick: Bänderverletzung. Wie lang die Pause wird, steht noch nicht fest. Ebenfalls offen ist, ob Stefan Schmidt nach seiner Wadenblessur wieder eingreifen kann. „Aber das Team ist stark genug, die Lücken, die dadurch gerissen werden, zu kompensieren“, sagt Eagles-Coach Patrick Elzie.

Genügend Gründe für höchste Motivation gibt es jedenfalls. Erstens: Derby – das braucht keine weiteren Worte. Zweitens: Revanche. Im Hinspiel verloren die Itzehoer verdient mit 85:93, „und überhaupt haben wir zuletzt für meinen Geschmack viel zu selten gegen Wedel gewonnen“, sagt Elzie. Drittens: die Lage in der Liga. Die Situation für die Eagles auf Platz zwei mit vier Punkten Vorsprung auf Platz drei sieht komfortabel aus. Doch mit einem Erfolg würden die Rister ihrem Kontrahenten bis auf zwei Punkte auf die Pelle rücken. Denn mit makelloser Bilanz von drei Siegen in den drei bisherigen Partien des Jahres hat sich Wedel bereits auf Rang fünf vorgepirscht. „Die Wedeler sind gut drauf“, sagt Elzie. „Aber das sind wir auch.“ Wieder einmal ist ein heißes und hart umkämpftes Derby zu erwarten.

Für Stimmung von den Rängen wird jedenfalls gesorgt sein. Frühzeitig haben die Gastgeber darauf hingewiesen, den Online-Vorverkauf zu nutzen – der Gästeblock ist längst ausgebucht. Eagles-Fans, die bisher kein Ticket haben, ist daher eine sehr rechtzeitige Anreise zu empfehlen, Einlass ist um 16 Uhr. Um diese Zeit sollten sich die Anhänger aus Itzehoe möglichst vor der Halle treffen, so wünscht es sich der Fanclub Eagles Crew. Gemeinsam sollen sie in die Halle gehen, und dabei gibt es für die Oberbekleidung ein klares Motto: Alle in Weiß!

 

Chance auf den Aufstieg

Der Aufstieg ist möglich. Nein, dabei geht es (noch) nicht um die Itzehoe Eagles. Die Rede ist von den Firmen Heinrich Krumme und Volker Kagelmann, die seit dieser Saison als Business Partner bei den Eagles engagiert sind. Ob Bauleiter, Meistertitel oder duales Studium, der Weg nach oben steht offen in der Unternehmensgruppe. „Wir können denen, die mehr wollen, gute Aufstiegschancen bieten“, sagt Heiko Steinert, Prokurist bei der Firma Krumme.

Sechs Betriebe für Haustechnik im gewerblichen Bereich gehören der Heinrich Krumme Holding an. Sie agieren eigenständig – so ist die Itzehoer Firma Kagelmann mit 40 Mitarbeitern im regionalen Bereich tätig, während die Krumme-Kollegen aus Brunsbüttel deutschlandweit aktiv sind. Die Liste der bisherigen Haustechnik-Projekte liest sich beeindruckend von der Charité in Berlin über den Frankfurter Flughafen sowie die Universitätskliniken in Kiel und Lübeck bis zur Elbphilharmonie. „08/15 gibt es bei uns nicht mehr, es sind alles technisch anspruchsvolle Sonderanlagen“, betont Steinert.

Die 100 Mitarbeiter in Brunsbüttel übernehmen die technische Planung und Bauleitung, die Umsetzung liegt überwiegend in den Händen von Werkvertragspartnern. Stets geht es um innovative Lösungen für die Haustechnik, nicht anders ist es bei der Firma Kagelmann, die aber Aufträge zum Teil selbst ausführt. „Wir brauchen Fachpersonal, das etwas an die Wand schrauben kann, bis hin zu denen, die planen“, sagt Volker Kagelmann.

Für die Suche nach Fachkräften müssten sich die Unternehmen mit ihren attraktiven Arbeitsplätzen, die auch die Region und das Handwerk stärken, präsentieren, unterstreicht Steinert. „Die Eagles bieten dafür ein ebenso sympathisches wie erfolgreiches Umfeld.“ Die Heimspiele in der BARMER 2. Basketball Bundesliga seien ein Highlight, das gerade auch viele junge Menschen anziehe, gleichzeitig betreibe der Verein intensive Jugendarbeit – und das alles mit sehr hohem ehrenamtlichen Engagement. „Die Eagles sind ein Leuchtturm in der Region, der jede Unterstützung verdient“, sagt auch Kagelmann.

Auf der LED-Bande bei den Zweitliga-Heimspielen sind die Firmen Krumme und Kagelmann vertreten, zudem ziert eine Werbetafel die Hallenwand. Sehr froh über die Zusammenarbeit ist Eagles-Cheftrainer Patrick Elzie: „Wir wollen für die Region noch viel mehr erreichen. Umso schöner ist es, wenn wir starke Partner finden, die mit uns zusammen wachsen wollen.“

 

 

79:60 - der nächste Sieg

Es bleibt dabei: Eine solch erfolgreiche Saison haben die Itzehoe Eagles noch nicht gespielt in der BARMER 2. Basketball Bundesliga. Gegen die Iserlohn Kangaroos legten sie einen Start-Ziel-Sieg hin und gewannen mit 79:60 (19:11, 22:19, 16:19, 22:11).

Den ersten Angriff der Eagles schloss Johannes Konradt per Sprungwurf ab. Einmal glichen die Gäste noch aus, doch mit dem 4:2 durch Lars Kröger übernahmen die Itzehoer die Führung und gaben sie nicht mehr her. Kröger war an diesem Tag besonders gefordert, da Center-Kollege Stefan Schmidt mit Wadenverletzung passen musste – und er spielte gut mit den meisten Rebounds für sein Team. Nach Dreier von Marko Boksic zum 12:6 brauchte Iserlohn die erste Auszeit, diese war kaum beendet, da traf Boksic erneut aus der Distanz. Am Ende waren es für ihn fünf Dreier bei fünf Versuchen. In der Folgezeit hakte es etwas im Eagles-Angriff, doch mit ihrer Verteidigung gestatteten die Gastgeber ihrem Gegner kaum gute Würfe.

Auch im zweiten Abschnitt wollte meist kein richtiger Spielfluss aufkommen, dennoch sorgte Boksic mit seinen Dreiern Nummer drei und vier für einen zweistelligen Vorsprung (30:20, 16. Minute). Kurz darauf eine Schrecksekunde: Konradt verletzte sich beim Defensivrebound und humpelte hinaus. Es folgte eine bessere Phase der Kangaroos, die auf 29:34 verkürzten. Die letzte Minute der ersten Hälfte: Boksic traf erst zwei Freiwürfe, klaute dann den Ball und punktete im Schnellangriff. Schließlich noch ein Auftritt von Flavio Stückemann: Direkt vor der Schlusssirene saß sein schwieriger Dreier zum 41:30-Halbzeitstand.

Den besseren Start in die zweite Hälfte erwischten die Gäste, es dauerte knapp drei Minuten bis zu den ersten Eagles-Punkten: Konradt war zurück und traf den Dreier. Knapp zwei Minuten ging es ohne Erfolge hin und her, dann wieder ein erfolgreicher Distanzwurf der Eagles, dieses Mal durch Thorben Haake. Das sollte die Geschichte der zweiten Hälfte werden: Iserlohn kam immer wieder leicht heran auf etwa acht Punkte, dichter aber auch nicht. Denn stets fanden die Itzehoer eine gute Antwort: Erik Nyberg zog beherzt zum Korb, Chaed Wellian und Chris Hooper trafen, Konradt versenkte einen weiteren trockenen Dreier für sein Team, das fast die Hälfte der 21 Distanzwürfe traf. Im etwas zähen Schlussviertel kamen noch einige Freiwürfe hinzu, der Vorsprung wuchs durch Joachim Feimanns Treffer auf 20 Punkte.

Ich hatte nie das Gefühl, dass wir das Spiel verlieren könnten“, sagte Eagles-Coach Patrick Elzie. Richtig schön sei es nicht gewesen, aber vor allem gehe es darum, erfolgreich zu sein. Nach der Weihnachtspause seien die Eagles die Gejagten: „Alle Mannschaften wollen uns das Leben schwer machen – teilweise machen wir es selbst.“ Doch letztlich war es eine gute Leistung für einen souveränen Sieg, nun müsse man sich weiter von Spiel zu Spiel steigern. Und am kommenden Sonntag wartet eine besondere Partie: das Derby in Wedel.

Eagles: Marko Boksic (21, 5 Dreier), Flavio Stückemann (13, 2 Dreier), Johannes Konradt (12, 2 Dreier), Chris Hooper (11, 9 Rebounds), Erik Nyberg (8), Chaed Wellian (5), Lars Kröger (4, 10 Rebounds), Thorben Haake (3, 1 Dreier), Joachim Feimann (2), Alieu Ceesay, Niko Tsokos, Tobias Möller.

 

 

Klares Ziel: Heimsieg

Der erste Platz wäre drin gewesen. Mit einem Sieg in Oldenburg wären die Itzehoe Eagles in der BARMER 2. Basketball Bundesliga ganz nach vorn gerückt. Nach dem 80:85 blieben sie Zweiter, immer noch eine sehr angenehme Situation. Um sie zu erhalten, wollen die Eagles gegen die Iserlohn Kangaroos ganz schnell zurück in die Spur: Sonnabend um 19.30 Uhr beginnt die Begegnung im Sportzentrum am Lehmwohld.

Nur noch sieben Spiele stehen aus, „die Saison geht schnell vorbei“, sagt Eagles-Coach Patrick Elzie. Umso größer ist die Bedeutung jeder einzelnen Partie, weitere Siege müssen her, um die Position zu sichern. Denn hinter den Eagles stehen bereits drei Jäger mit nur zwei Punkten weniger, dahinter noch einmal zwei Teams mit vier Punkten weniger. Ein Erfolg am Sonnabend eröffnet wieder die Chance auf Platz eins – aber im anderen Fall drohe man sich das zunichte zu machen, was vorher erarbeitet wurde, warnt der Trainer.

So weit die Theorie, in der Praxis sagt er klar: „Ich erwarte, dass wir das Spiel gewinnen.“ Die Niederlage in Oldenburg ist verdaut, die Fehler wurden im Videostudium analysiert. „Wir haben in der Schlussphase zu hektisch gespielt“, sagt Elzie. Eigentlich sei das Team besser gewesen als der Gegner, doch 20 Ballverluste waren zu viel. Dass die Eagles diese Statistik in der Liga anführen, wurmt den Coach: „Wir wollen schnell spielen“, doch zu oft werde der Ball unnötig hergeschenkt – nicht zuletzt, weil mit einem Pass zu viel versucht werde. Es gehe um Team-Basketball und darum, den Ball zu bewegen: „Es ist egal, wer den letzten Pass macht.“

Zu viele Turnover dürfen sich die Eagles auch gegen Iserlohn nicht leisten. Das Hinspiel gewannen die Itzehoer nach deutlichem Rückstand durch ein sehr starkes Schlussviertel, doch die Kangaroos hätten bewiesen, dass sie eine gute Mannschaft seien, sagt Elzie. „Sie spielen unter ihren Möglichkeiten in dieser Saison.“ Aktuell sind die Iserlohner Vorletzter, viele Spiele gingen aber knapp verloren. Die Eagles müssten volle Leistung bringen gegen den Gegner, der um seine Playoff-Chance kämpft: „Die werden brennen.“

In der Halbzeitpause hat ein Zuschauer wieder die Chance auf plötzlichen Reichtum: Beim VreG-Wurf von der Mittellinie geht es um 500 Euro. Ticket-Infos gibt es auf www.eagles-basketball.de, Einlass ist ab 18 Uhr. Wie immer werden die Besucher gebeten, rund um das Sportzentrum mit Rücksicht auf die Anwohner zu parken.

 

80:85 - leider verloren

Wir haben unsere Chance gehabt – wir haben sie nicht genutzt.“ Deshalb fuhren Coach Patrick Elzie und sein Team mit einer Niederlage im Gepäck nach Hause. Bei den Baskets Juniors Oldenburg verloren die Itzehoe Eagles in der BARMER 2. Basketball Bundesliga mit 80:85 (26:23, 21:22, 12:17, 21:23).

Eigentlich habe seine Mannschaft die Partie recht gut im Griff gehabt, stellte Elzie fest. Doch 20 Ballverluste und nur drei Treffer bei 20 Versuchen von der Drei-Punkte-Linie, „da wird es schwierig, wenn man in Oldenburg spielt“. Denn die Niedersachsen müssen hart kämpfen um einen Playoff-Platz, das sei zu sehen gewesen, so Elzie. Seine Mannschaft habe kämpferisch gut dagegen gehalten, „aber wir haben den Lohn selbst aus der Hand gegeben“.

Zu Beginn sah es noch nicht danach aus. 8:2 führten die Eagles nach zwei Minuten, die Oldenburger brauchten schon die erste Auszeit. Die brachte sie zunächst ins Spiel, dann erwischten die Gäste erneut eine starke Phase und zogen durch Chris Hoopers Korb bis auf 26:15 davon. Die letzten 110 Sekunden des Viertels nutzten die Baskets allerdings, um bis auf 23:26 aufzuholen. Es sollte das einzige Viertel bleiben, das die Itzehoer gewannen.

In den zweiten zehn Minuten hatten zunächst die Oldenburger Vorteile und führten leicht. Eine Auszeit Elzies beim Stand von 36:40 zeigte Wirkung, die Eagles holten die Führung zurück, eine halbe Minute vor der Halbzeit traf Chaed Wellian den einzigen Itzehoer Dreier der ersten Hälfte zum 47:43. Mit dem 47:45 retteten die Gäste zumindest eine Führung in die Pause.

Danach erspielten sie sich trotz einiger Schwierigkeiten in der Offensive wieder ein leichtes Polster beim 57:49. Doch schnell war auch dieser Vorsprung wieder weg, Oldenburg lag nach einem 13:2-Lauf vor dem letzten Viertel mit 62:59 vorn.

Den Schlussabschnitt eröffnete Marko Boksic mit einem Dreier für die Eagles, auch danach war er immer wieder für wichtige Punkte zur Stelle. Es wurde dramatisch, fast mit jedem Angriff wechselte die Führung, bis die Baskets in der letzten Minute aus einem 77:77 das vorentscheidende 81:77 machten. Ihr Bester Robert Drijencic (27 Punkte) besiegelte von der Freiwurflinie den Sieg.

Bei aller Enttäuschung blieb Elzie gelassen. Oldenburg sei heimstark und jetzt auch viel stärker als zu Beginn der Saison. Hooper, Boksic, Stefan Schmidt, Lars Kröger und Alieu Ceesay hätten ein gutes Spiel gemacht, der Rest sei ein wenig unter seinen Möglichkeiten geblieben. Dennoch: „Wir sind immer noch auf dem zweiten Platz“ – und den gilt es am kommenden Sonnabend im Heimspiel gegen die Iserlohn Kangaroos zu verteidigen.

Eagles: Chris Hooper (26, 9 Rebounds), Marko Boksic (21, 2 Dreier), Stefan Schmidt (11), Lars Kröger (7), Alieu Ceesay (6), Chaed Wellian (5, 1 Dreier), Erik Nyberg (2), Flavio Stückemann (2, 7 Assists), Johannes Konradt, Thorben Haake, Niko Tsokos, Tobias Möller.

 

 

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