"Sind ganz guter Dinge"

Wann wird die Corona-Krise überwunden sein? Wie geht es dann weiter? Diese Fragen beschäftigen alle – und natürlich auch die Itzehoe Eagles. Wirkliche Antworten kann es noch nicht geben, aber eines kann Vereinsvorsitzender Volker Hambrock feststellen: „Wir sind trotz allem ganz guter Dinge.“

Das bezieht sich ebenso auf die Situation rund um die erste Herrenmannschaft wie auf den Rest des Clubs. Die Entscheidung, die Saison in der BARMER 2. Basketball Bundesliga zu beenden, sei alternativlos gewesen, sagt Hambrock. „Die Gesundheit hat absolute Priorität.“ Gleichzeitig helfe sie den Vereinen ein gutes Stück weiter: „Für viele ist es nicht weniger als die Chance zum Überleben.“ Denn während einer Spielpause in der Liga hätte es keine Einnahmen gegeben, die laufenden Kosten zum Beispiel durch Spielergehälter aber sehr wohl. Hambrock: „Eine untragbare Situation, die auch bei uns eine existenzielle Krise ausgelöst hätte. Glücklicherweise ist das vermieden worden.“

Mit dem Saisonende sind die Verträge der Spieler nun ausgelaufen. Abgereist ist bislang allerdings nur Marko Boksic, während Chris Hooper und Chaed Wellian zunächst einmal in Itzehoe geblieben sind. An einer Möglichkeit für deren Rückreise werde gearbeitet, sagt Teammanager Stefan Flocken. „Das ist der aktuellen Situation nicht ganz einfach – aber da sich beide wohl fühlen in Itzehoe, ist es auch kein Problem.“

Über die kommende Saison machen sich die Verantwortlichen bereits Gedanken. „Natürlich wollen wir unser erfolgreiches Team möglichst zusammenhalten“, sagt Flocken. „Wir werden Gespräche führen, aber vertraglich fixieren lässt sich noch nichts.“ Denn im Moment sei offen, wann es weitergehen könne, mit welchen finanziellen Voraussetzungen dies passieren werde – und in welcher Liga. Als Nordmeister sind die Eagles zum sportlichen Aufsteiger in die ProA erklärt worden, an den Rahmenbedingungen wird aktuell gearbeitet. Ein Bericht dazu folgt.

Ebenso unklar wie bei der ersten Herrenmannschaft ist die Lage für den Gesamtverein. Der Spielbetrieb im Basketball-Landesverband ist mittlerweile sowohl für die Senioren als auch für die Jugend beendet. Dasselbe gilt für die Saison der zweiten Herrenmannschaft in der 2. Basketball-Regionalliga. „Wir würden zu gern Sport anbieten, doch was nicht geht, geht nicht“, sagt die 2. Vorsitzende Martina Iversen. Da bleibe den Eagles nur derselbe Weg wie vielen anderen, die Angestellte beschäftigten: Kurzarbeit.

Wie lange die Situation andauern werde, könne niemand sagen, sagt Hambrock. Er kann nur dick unterstreichen, was Hans-Jakob Tiessen, Präsident des Landessportverbandes, gerade erst betonte: „Wir hoffen auf die Solidarität unserer Mitglieder. Wir brauchen sie, um nach der Krise wieder mit voller Kraft durchstarten zu können.“

Umso mehr freut sich der Vorstand, dass bisher keine einzige Kündigung bei den Eagles eingegangen ist. Und nicht nur das: Nach der Absage des Stadtwerke-Camps in den Osterferien habe der Vater eines angemeldeten Teilnehmers auf die Rückzahlung der Anmeldegebühr verzichtet und diese dem Verein gespendet, berichtet Martina Iversen. Ganz ähnlich verhielten sich Fans, die Tickets für das erste Playoffspiel gegen Speyer gekauft hatten: Auch sie wollten das Geld nicht zurückhaben. „Das sind tolle Gesten, die uns sehr freuen“, sagt Volker Hambrock und ergänzt im Namen des Vorstands und des gesamten Vereins: „Wir danken für jede Unterstützung – und wir wünschen allen, dass sie gesund bleiben.“

 

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