Fredi Henningsen im Interview

Fredi Henningsen fing im Alter von 14 Jahren mit dem Basketballspielen an. In der Off-Season erholte er sich von der letzten Saison, spielte einige Streetballturniere und machte Urlaub unter anderem auf Kreta. Vor Spielen schaut der 30-Jährige immer einen Film zum Runterkommen und trifft sich nach den Spielen dann noch mit Freunden. Sein Lieblingsort ist Zuhause bei Mama, wo er sich richtig wohlfühlt. Für den Leichtathletiksport sowie für Athleten im Allgemeinen interessiert sich der Footballfan außerhalb des Basketballs und hofft, dass die Eagles sicher in die Play-Offs kommen. Das Team wird der verletzte Kapitän bestmöglich unterstützen und appelliert an die Fans, so weiterzumachen wie in der Vorsaison – denn das war klasse.

 

Fredi, fast wäre eine Überraschung zum Saisonauftakt gelungen. Wie ärgerlich ist die Niederlage?

Die Niederlage ist ärgerlich, nicht nur, weil man das Saisonauftaktspiel verloren hat, sondern auch, weil man zur Halbzeit mit 14 Punkten vorne lag. Wir haben die erste Halbzeit total dominiert, Stefan hat unterm Brett alles abgeräumt und Jo von außen super getroffen. Wir hatten gute Wurfquoten und das Spiel in den ersten 20 Minuten voll im Griff. Am Ende tut es natürlich doppelt weh, wenn man bei einem starken Team auswärts in der zweiten Halbzeit zwar gut, aber nicht klug genug gespielt hat.

 

Welche Erkenntnisse nehmt Ihr aus Iserlohn mit?

Die Haupterkenntnis ist wie so oft: 20 Minuten guter Basketball reicht nicht, um ein gutes Team zu schlagen. Wir müssen lernen, uns so zu konzentrieren, dass wir unser Spiel über 40 Minuten durchziehen können. Dann schlagen wir auch jedes Team auswärts.

 

Die Vorbereitung lief besser als letzte Saison, trotzdem kam durch deine Verletzung und die Hallensperrung eine gewisse Unruhe auf. Wie ist das Team damit umgegangen?

Die Hallensituation hat uns nicht großartig beeinflusst, da wir ja auch unter der Woche in verschiedenen Hallen trainieren. Allerdings sind wir natürlich am liebsten in der Halle, in der wir auch spielen. Aber mit sowas muss man in der Liga umgehen können. Meine Verletzung hat natürlich für Unruhe gesorgt. Ich selbst habe mich am meisten verrückt gemacht. So ist aber der Sport, er ist nicht immer vorhersehbar, und trotzdem hat es noch was Gutes, denn es tun sich durch meine Verletzung Chancen für andere Spieler auf. Bestes Beispiel ist die Leistung von Jo in Iserlohn, die beste, die ich von ihm gesehen habe, seitdem ich bei den Eagles bin. Ich hoffe, er kann in der Entwicklung jetzt noch einen Schritt mehr machen, als er ohnehin machen wird.

 

Im Vorjahr haben wir mit den Abgängen von Flavio und Kosta viel Erfahrung abgegeben. Dieses Jahr mit Flavios Comeback und der Verpflichtung von Stefan Schmidt viel dazubekommen. Welchen Stellenwert hat Erfahrung in der ProB?

Erfahrung ist mega wichtig in unserer Liga. Man sieht auch, dass viele Teams zur Hälfte aus jungen Spielern bestehen, die das nötige Feuer haben, und die andere Hälfte eben aus erfahrenen Spielern, die dann eben so ein Spiel am Wochenende entscheiden können. Es ist ebenfalls wichtig,diese Spieler zu haben, wenn der Gegner Punkt um Punkt aufholt, um eben mit ihrer Ruhe und Coolness dann das Spiel zu entscheiden. Für den Trainer sind sie der verlängerte Arm auf dem Spielfeld.

 

Seit dieser Saison ist nur noch ein Nicht-EU-Ausländer zugelassen. Siehst du das eher als Vor- oder Nachteil an?

Für einen Spieler wie mich macht es überhaupt keinen Unterschied, ob ich mit zwei Amerikanern spiele oder mit zwei EU-Spielern. Diese Art Spieler hat immer eine gewisse Klasse, und von daher ist es eher eine Aufgabe für das Management, jetzt mit noch mehr Sorgfalt den Ami-Spot auszuwählen.

 

Wie gut seid ihr als Basketballprofis im Falle einer so schweren Verletzung abgesichert? Nicht gut. Ich kann froh sein, dass ich mich während meiner Vertragslaufzeit verletzt habe. Dadurch habe ich wenigstens von der Krankenkasse Krankengeld bekommen.Wäre es in der Offseason passiert, hätte ich gar nichts bekommen. Wir sind zwar während der Laufzeit über die Berufsgenossenschaft abgesichert, allerdings hat sie in meinem Fall die Unterstützung abgelehnt. Da läuft aber noch ein Widerspruchsverfahren. Durch das Anraten meines Vaters habe ich zum Glück eine private Unfallversicherung. Gut abgesichert sind wir also nicht, das sieht man auch an vielen Beispielen von Spielern, die nach ihren Verletzungen in ihrem Sport nicht mehr Fuß fassen können. Allerdings kann ich sagen, egal, was passiert, die Eagles sind für einen da.

 

Belastet es dich, dass du als Kapitän dem Team durch deine Verletzung nicht helfen kannst?

Mich nervt es natürlich mega an, auch wenn ich es in den ersten zwei Wochen kaum gemerkt habe. Jetzt beim Auswärtsspiel in Iserlohn kam allerdings der erste Knackpunkt. Da dachte ich, so ein Mist, jetzt würde ich gern helfen und kann es nicht. Das ist meine erste schwere Verletzung. In den acht Jahren, bevor ich nach Itzehoe kam, habe ich nicht ein Spiel verpasst. Von daher ist es für mich eine völlig neue Situation und ungewohnt, die ganze Saison draußen zu sitzen. Da man nicht jeden Abend beim Training ist, muss man auch aufpassen, dass man keine Distanz zum Team aufbaut. Es ist belastend und nervend, aber man muss nach vorne gucken und denken, nächstes Jahr ist man wieder fit und greift noch mal richtig an.

 

Am Wochenende kommt mit den Baskets Juniors das Nachwuchsteam des Bundesligisten aus Oldenburg zum Lehmwohld. Ist das erste Saisonheimspiel immer etwas Besonderes?

Das erste Saisonheimspiel ist immer was ganz Besonderes. Die Fans kommen mit hohen Erwartungen in die Halle, haben fünf Monate keinen Basketball gesehen, wollen uns unterstützen und laut sein. Von daher will man dann seine beste Leistung abrufen. Für mich hat Oldenburg am Wochenende überraschend gewonnen, aber wenn wir so eine Leistung wie gegen Iserlohn zeigen, bin ich überzeugt, dass wir das Spiel gewinnen werden.

 

Noch ein Wort an die Fans?

Wie immer. Bleibt uns treu, ich kann euch garantieren, dass wir wie jedes Jahr alles daran setzen werden, eine erfolgreiche Saison zu spielen. Hoffentlich nicht wieder so eng wie letztes Jahr, aber ich lege meine Hand dafür ins Feuer, dass das Team immer 100 % gibt. Wir sind sehr, sehr dankbar für euren Support, wie am Samstag in Iserlohn. Das gibt uns Stärke, und die wollen wir euch zurückgeben.

 

Vielen Dank, Fredi, und viel Erfolg am Wochenende!

Let's fly, Eagles!!

 

Das Interview führte Michael Bansemer. 

 

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