"Keinen unterschätzen"

Johannes Konradt hat in der Off-Season gezieltes Muskelaufbautraining betrieben, um Verletzungen vorzubeugen, und machte außerdem Urlaub mit Freunden. Der 23-Jährige hat vor Spielen keine Rituale und entspannt danach am besten mit seinen Teamkollegen oder seiner Freundin, bei der er sich am liebsten aufhält. Die Play-Offs möchte er mit dem Team erreichen, das er mit Energie in der Defense sowie als verlässliche Option in der Offensive stützt. Seit 2002 spielt der Footballfan Basketball und dankt den Fans für den grandiosen Support. Denn der Itzehoer spielt nirgends lieber als in der Lehmwohldhalle – und das liege nicht etwa an der Sportanlage. Michael Bansemer sprach mit ihm.

 

Johannes, in Essen war es ein Spiel mit Höhen und Tiefen, aber letztendlich verdient gewonnen?

Auf jeden Fall. Nach einem schleppenden Start, 21:9, haben wir uns in die Partie zurückgekämpft, was wir in der Saison schon des öfteren gezeigt haben. Das zeigt, dass unser Team Charakter hat und dass man uns niemals abschreiben darf. Im Endeffekt waren wir über weite Strecken die bessere Mannschaft, was unter anderem auch daran lag, dass einige Spieler eine ganz klare Leistungssteigerung gezeigt haben.

 

Auch in der letzten Saison gab es dort einen souveränen Erfolg. Werden die Wohnbau Baskets der neue Lieblingsgegner der Eagles, nachdem Stahnsdorf nicht mehr in der Liga ist?

Also Lars und ich haben nach dem Spiel gewitzelt, dass wir schon ganz gerne nach Essen fahren, da wir in zwei Spielen dort noch nie verloren haben. Es macht natürlich Spaß, in eine attraktive Halle zu fahren, die sehr schön ist und in der man die letzten Jahre gewonnen hat. Allerdings würde ich nicht von Lieblingsgegner sprechen, denn am meisten Spaß macht es natürlich immer noch im Derby gegen Wedel.

 

Seid Ihr mit eurer Bilanz von drei Siegen sowie drei Niederlagen im Bereich eurer Erwartungen?

Eigentlich ist unser Ansporn, jedes Spiel zu gewinnen. Wenn man sich unser Auftaktprogramm mit vier Auswärtsspielen anschaut, kann man mit drei Siegen nicht unzufrieden sein. Aber ein Sieg gegen Wedel hätte uns da zufriedener gestellt, denn in unserer Liga hat die Historie gezeigt, dass Heimsiege die Voraussetzung für eine erfolgreiche Saison sind.

 

Erzeugte der Ausfall von Stefan Schmidt eher einen Schock oder eine Jetzt-erst-Stimmung?

Im ersten Moment ist es eine Katastrophe, denn er ist einer unserer besten Spieler. Aber es bietet sich dadurch auch immer die Möglichkeit für andere Spieler sich zu zeigen, wie zum Beispiel Lars Kröger, der in seinen Minuten einen überragenden Job gemacht hat. Es ist wichtig, dass in so einer Situation andere Spieler einen Schritt nach vorne machen und Stefan den Rücken freihalten. Wir hoffen jetzt, dass Stefan sich so schnell wie möglich regeneriert, um dann schnell wieder ins Training einzusteigen, denn er ist unverzichtbar für uns.

 

Ihr scheint euch auswärts bei zwei Siegen in drei Spielen diese Saison ganz wohl zu fühlen. Bei dir ist es ähnlich. Du erzielst dort mit 20 Punkten doppelt so viel wie zu Hause. Woran liegt das?

Ich glaube, es liegt hauptsächlich an der Teamchemie, die ist sehr sehr gut. Das sieht man auch daran, dass wir in vielen Spielen nach Rückständen wieder zurückkommen. Egal, ob 10 oder 15 Punkte, wir sind in der Lage, das Spiel trotzdem noch eng zu gestalten. Im Moment läuft es bei mir auswärts ganz gut, was nicht heißt, dass ich mich zu Hause nicht wohl fühle, denn das war die letzten Jahre eher andersrum. Ich werde natürlich versuchen, solche Leistungen zu Hause abzurufen. Am besten jetzt gleich am Samstag. Am Ende ist es jedoch egal, wer punktet, Hauptsache, wir gewinnen.

 

Du konntest deine Einsatzzeit mal wieder erhöhen und erzielst auch mehr Punkte. Trainierst du mehr als sonst?

Aufgrund des Abschlusses meiner Ausbildung habe ich zur Zeit die Möglichkeit, zweimal am Tag zu trainieren, das Fitnessstudio intensiver zu nutzen und auch in Videoanalysen mehr Zeit zu investieren. Das war vorher so nicht möglich. Von daher freue mich umso mehr, dieses Jahr mehr Zeit für meinen Sport, meine Leidenschaft, aufbringen zu können.

 

Damit bist du mittlerweile eine tragende Säule des Teams. Ist dir das schon bewusst geworden?

Auf jeden Fall. Es war vor der Saison schon klar und auch ein Anreiz, warum ich weiter hier spielen möchte, da ich mit neuen Aufgaben konfrontiert werde. Zudem bleibt gar keine andere Möglichkeit nach dem verletzungsbedingten Ausfall von Fredi. Daher bin ich überaus glücklich über Flavios Comeback, um gemeinsam mit ihm und seiner Erfahrung diesen schweren Ausfall zu kompensieren.

 

Am Wochenende kommt mit Lok Bernau ein Team, das eine Krise mit einem Sieg letztes Wochenende noch abwenden konnte. Sind Sie deshalb besonders gefährlich?

Auch wenn sie das Spiel am Wochenende verloren hätten, dürfen wir keinen Gegner in dieser Liga unterschätzen. Wie schon die letzten Jahre gezeigt haben, kann in dieser Liga jeder jeden schlagen. Sie sind ein junges Team mit vielen Nachwuchstalenten und haben einen Kader mit sehr viel Potenzial. Da wir zu Hause spielen, sehe ich uns als Favoriten. Trotz der Verletzung von Stefan müssen wir diese Spiele einfach gewinnen.

 

Noch ein Wort an die Fans!

Ich bin wie jedes Jahr begeistert, in die Halle passen nicht viel mehr Leute rein, trotzdem habe ich das Gefühl, dass es von Jahr zu Jahr lauter und die Stimmung immer besser wird. Ich freue mich, ein weiteres Jahr in dieser Halle spielen zu dürfen, um zu verfolgen, wie der Basketballboom in Itzehoe anhält. Das sieht man auch, wenn man durch die Stadt läuft. Wenn wir am Samstag einen Sieg einfahren, hat es auch viel mit der Stimmung in der Halle zu tun. Ich freu mich auf Samstag und die Fans.

 

 

Vielen Dank, Johannes, und viel Erfolg am Samstag!

Let's fly Eagles!!

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