Schmerzhaftes Jahresende

Die weihnachtliche Bescherung blieb aus – und die Itzehoe Eagles haben sie sich selbst verdorben. Gegen die VfL SparkassenStars Bochum verloren sie in der BARMER 2. Basketball Bundesliga am vierten Advent unnötig, aber verdient mit 76:79 (20:20, 23:22, 15:23, 18:14).

„Ich bin tief enttäuscht von unserer Leistung“, sagte Eagles-Coach Patrick Elzie. „Wir waren von Anfang an nicht auf der Höhe, die ich mir gewünscht hätte.“ Und das, obwohl der Rahmen stimmte: Die Halle war ausverkauft und laut, Live-Musik von Moritz Kruit und Band sorgte zusätzlich dafür, dass alles andere als adventliche Ruhe herrschte. Dazu trugen auch die Teams bei: Beide gingen sofort mit voller Intensität ans Werk, und den Gästen war anzumerken, dass sie die Heimschlappe gegen die Eagles vor einigen Wochen wieder wettmachen wollten. Nicht zu merken war dagegen, dass die Bochumer kurzfristig auf ihren Center verzichten mussten; zu Recht lobte Coach Gary Lee Johnson hinterher den Kampfgeist seiner Mannschaft.

Großen Kampf boten die Eagles auch, aber sie waren weit entfernt von der Souveränität, die sie noch eine Woche zuvor gegen Iserlohn gezeigt hatten. Insbesondere in der Offensive hatten sie immer wieder Probleme, gute Würfe zu bekommen – oder, wenn sie warfen, die Bälle im Korb unterzubringen. Die nur drei Dreier in der ersten Halbzeit gingen alle auf das Konto von Flavio Stückemann, doch als die Aktionen im Angriff zu sehr gezwungen wurden, nutzte Bochum das mit schnellem Spiel zum 20:16. Dann kam die Zeit von Kevin Mickle: Viertelübergreifend erzielte der Amerikaner acht Punkte in Serie und brachte sein Team in Führung. Bis auf 37:30 konnten sich die Eagles im zweiten Viertel absetzen, Bochum konterte unter anderem mit zwei Dreiern und schien einer Halbzeitführung entgegenzusteuern. Doch Stückemann zog zum Korb: 43:42 für die Eagles nach 20 Minuten.

Auch der dritte Abschnitt verlief ebenso umkämpft wie ausgeglichen. Zunächst. In der zweiten Hälfte des Viertels wollte den Itzehoern im Angriff aber nichts mehr gelingen, das nutzten die Gäste und führten vor den letzten zehn Minuten mit 65:58. Die Eagles taten das, was sie an diesem Tag am besten konnten: Kämpfen. Gestützt auf Stefan Schmidt dominierten sie beim Rebound, so war es kein Wunder, dass der Kapitän nach einem Offensivrebound den Ausgleich zum 70:70 erzielte.

Danach schien den Gastgebern, die nur noch wenig wechselten, etwas die Luft auszugehen. Bochum kam zum Korb durch und führte zweieinhalb Minuten vor dem Ende wieder 76:70. Die Würfe der Itzehoer waren nicht immer optimal gewählt und vor allem: Sie gingen nicht rein. „Zu Hause müssen wir einfach mehr treffen“, sagte Elzie. Nur 5 von 22 Dreierversuchen saßen, insgesamt warfen die Eagles 81 Mal auf den Korb – satte 24 Würfe mehr als der Gegner, aber zum Sieg reichte das nicht.

Knapp wurde es allerdings noch einmal. Milen Zahariev zog erfolgreich zum Korb, Kevin Mickle kämpfte den Ball nach Offensivrebound hinein, gut 30 Sekunden vor Schluss stand es nur noch 76:77. Eine gute Verteidigung und ein Ballgewinn folgten. Zahariev hatte die Chance, sein Team in Führung zu bringen, doch beim Zug zum Korb klaute ihm sein Gegenspieler den Ball. Die Itzehoer foulten, die Gäste trafen beide Freiwürfe. Ein letzter langer Pass fand nicht sein Ziel.

Es tue ihm leid für die treuen Fans, sagte Elzie: „Wir wollten sie mit einem Heimsieg bescheren.“ Nun erleben die Eagles die Festtage auf dem neunten Platz, einen Rang hinter den Playoffs. Im neuen Jahr geht es gleich weiter: Am 5. Januar fahren die Eagles zu den BSW Sixers.

Eagles: Milen Zahariev (18, 2 Dreier, 7 Rebounds), Kevin Mickle (18), Stefan Schmidt (16, 17 Rebounds, 5 Assists), Flavio Stückemann (13, 3 Dreier), Thorben Haake (6), Lars Kröger (2), Lucas Wilke (2), Fabio Galiano (1), Erik Nyberg, Tim Lang, Joachim Feimann, Madjou Barry.

 

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