"Heimbilanz verbessern"

Thorben Haake begann im Alter von sieben Jahren mit dem Basketball und hielt sich in der Off-Season mit Beachvolleyball sowie Tennis fit. Diese beiden Sportarten faszinieren ihn, da man mental und taktisch sehr stark sein muss und sich nicht zurücknehmen kann. Als 18-Jähriger kam Haake nach Itzehoe, war eine tragende Säule des Teams in der Nachwuchs-Basketball-Bundesliga und fester Bestandteil der 1. Herren, damals noch in der 1. Regionalliga. Nach drei Jahren in Itzehoe ging Haake zum Studium an die Sporthochschule Köln (Sportmanagement und Kommunikation). Sportliche Stationen waren Schwelm, Sechtem Toros, ASC Düsseldorf und BBC Rendsburg Twisters. Gern trinkt Haake Kaffee an der Kieler Förde. Vor den Spielen hat er keine besonderen Rituale, entspannt aber nach Siegen gerne bei einem Kaltgetränk auf der Tribüne und im Anschluss mit seiner Freundin als auch seinen Freunden. Der 27-Jährige sieht sich als erfahrener Energizer im Team, der auch bereit ist, Verantwortung zu übernehmen. Mit ihm sprach Marie Bansemer.

 

Thorben, wie wichtig war der 78:72 Erfolg bei den heimstarken Sixers aus Sandersdorf?

Sehr wichtig, wenn man sich anschaut, wie ausgeglichen die Liga ist. Für das Team und die Moral war es zudem sehr gut, nach der unnötigen Heimniederlage gegen Bochum mit einem Erfolg ins neue Jahr zu starten.

 

Auch wenn die Sixers am Ende nochmal auf zwei Punkte rankamen, war es doch ein souveränes Spiel von eurer Seite, oder?

Wir haben jetzt seit einigen Spielen eine grundsolide Defense, die es uns erlaubt, in den Spielen auch kleine Schwächephasen unbeschadet zu überstehen. Diesmal war der Vorsprung so groß, dass man letztendlich von einem souveränen Erfolg sprechen kann. Es war auch enorm wichtig, dass wir trotz der hitzigen Atmosphäre zum Ende des Spiels die Oberhand behalten haben.

 

Was war neben der starken Defense der Schlüssel zum Erfolg?

Die Defense war auf jeden Fall schon einmal der Grundstein für den Erfolg. Wir haben viele Kleinigkeiten umgesetzt, wie zum Beispiel das Timing in den Abläufen unserer Systeme und die Geduld beim Korbabschluss. Außerdem war in diesem Spiel Erik ein Schlüssel zum Erfolg, der durch seine Topleistung und seine 16 Punkte ein wichtiger Baustein des Erfolgs war.

 

Ihr seid neben Schwelm das beste Auswärtsteam der Liga. Warum tut ihr euch auswärts leichter als daheim?

Ich würde nicht sagen, dass wir uns auswärts leichter tun, sondern für mich kommt es eher durch die Ausgeglichenheit der Liga zustande, und vielleicht machen wir uns selbst mehr Druck vor Heimspielen, bei denen wir uns besonders gut präsentieren wollen. Die Geschlossenheit der Mannschaft wächst natürlich auch, wenn man zu Auswärtsspielen am Tag vorher anreist. Man ist dann 48 Stunden zusammen, hat noch eine gemeinsame Wurfeinheit und verbringt viel Zeit abseits des Spielfelds. Dann will man sich umso mehr für den Aufwand belohnen. Aber jetzt wollen wir unbedingt unsere Heimbilanz verbessern.

 

Auch an diesem Spieltag gab es wieder zwei ganz enge Spiele. Wie wichtig wird der direkte Vergleich sein?

Das wird man am Ende der Saison sehen. Wir sind sehr gespannt, wie sich die Tabelle noch verändern wird, ob es so eng beieinander bleibt und wie und gegen wen man nachher im direkten Vergleich steht. Für uns ist es natürlich gut und wichtig, dass wir bis jetzt alle direkten Vergleiche für uns entscheiden konnten, und daran wollen wir weiter anknüpfen.

 

Wie kam der Kontakt nach Itzehoe zustande?

Der Kontakt zu Stefan Flocken, Johannes Konradt und anderen Leuten im Verein ist nie abgerissen, denn ich hatte ja schon vor einigen Jahren für Itzehoe gespielt. Dann war ich vor zwei Jahren hier beim Spiel um die Play-Offs gegen Wedel, sprach natürlich auch mit Stefan über meine Situation, und wir blieben in Kontakt. Zu Saisonbeginn hatte ich dann mein Studium beendet sowie meine Verletzung auskuriert und fragte nach, wie die Kaderplanung für die Saison aussehe. Daraufhin wurde ich zum Training eingeladen und konnte Coach Pat überzeugen. Danach wurde mir ein Angebot gemacht, und ich bin dann gerne von Kiel nach Itzehoe gezogen.

 

Du läufst nach sechs Jahren ein zweites Mal für die Eagles auf. Was hat sich seit deinem ersten Engagement hier verändert?

Es ist einfach alles professioneller geworden und ein stetiger Prozess der Weiterentwicklung zu beobachten. Nur ein Beispiel ist das morgendliche Einwerfen vor den Heimspielen. Bereits zu der frühen Uhrzeit ist die Halle voll mit ehrenamtlichen Helfern, die alles für den Spieltag vorbereiten. Außerdem konnte sich erneut ein Team für die NBBL qualifizieren. Das erste Mal war noch zu meiner Zeit, als die Eagles eine Sparte im SC Itzehoe waren. Das zeigt, dass unwahrscheinlich viel in den Nachwuchs investiert und gute Arbeit geleistet wird. Dazu gehört auch, dass es zwei hauptamtliche Jugendtrainer gibt. Die Eagles sind mittlerweile nicht nur für die Stadt, sondern für die ganze Region zum Aushängeschild geworden, und daran haben viele ihren Anteil. Ich sehe viele neue Gesichter, aber auch viele, die ich von früher kenne, die den Basketball und den Verein seit vielen Jahren treu unterstützen. Diese Unterstützung verdient großen Respekt.

 

Am Wochenende kommt mit Münster ein Team zum Lehmwohld, das nach der knappen Hinspiel-Niederlage noch eine Rechnung begleichen wollen wird. Worauf werdet ihr euch einstellen?

Münster ist ein sehr homogenes Team mit vielen guten, erfahrenen deutschen Spielern, die auch schon höherklassig gespielt haben und seit längerer Zeit zusammen sind. Zudem haben sie einen energiegeladenen, amerikanischen Point Guard, der das ganze Team mitreißen kann. In Münster herrscht Basketballeuphorie, sie tragen ihre Spiele vor 1600 Zuschauern aus. Die Stimmung dort ist fantastisch, das konnte ich schon in der Regionalliga miterleben. Wir können uns auf ein spannendes Spiel gefasst machen, hoffentlich mit dem besseren Ende für uns.

 

Noch ein Wort an die Fans!

Kommt bitte trotz Livestream weiterhin in die Halle und unterstützt uns vor Ort. Denn die tolle Stimmung kann man nur direkt in der Halle am Lehmwohld erleben. Ihr macht einen tollen Job, und wir werden Euch mit Siegen belohnen und eine gute Saison spielen.

 

Vielen Dank, Thorben, und viel Erfolg am Samstag!

Let's fly, Eagles!!

 

 

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