"Alles selbst in der Hand"

Lucas Wilke begann im Alter von sechs Jahren in Hermsdorf mit Basketball. In der Off-Season trainierte er viel mit einem Freund, verbrachte Zeit mit der Familie sowie Urlaub mit seiner Freundin. Vor den Spielen frühstückt er gern ausgiebig, nach den Partien entspannt er auf der Couch. Neben Fußball interessiert er sich aufgrund des Teamgeistes für Handball. Sein Ziel ist es, bei den Spielen Energie von der Bank zu bringen, indem er sich auf die Defense und das Rebounden fokussiert. Der 24-jährige Small Forward, der lange bei Alba Berlin spielte, verbringt gerne Zeit in Warnemünde oder Hohen Neuendorf und möchte dem Team so gut wie möglich helfen, die Play-Offs zu erreichen, sowie sich selbst mehr Spielzeit erarbeiten. Mit ihm sprach Michael Bansemer.

 

War die Niederlage in Bernau so deutlich, wie es das 86:71 ausdrückt?

In meinen Augen war es nicht ganz so deutlich, denn bis auf das zweite waren alle Viertel sehr ausgeglichen. Doch genau das hat uns zerstört, denn die Dreierquote war mit 9 von 17 wirklich top. Wenn wir dann auf uns schauen, tragen wir natürlich mit sechs vergebenen Freiwürfe in der ersten Hälfte auch unseren Teil zur Niederlage bei. Doch insgesamt war es ein ordentliches Spiel, wir haben Moral bewiesen, indem wir in Halbzeit 2 in kürzester Zeit einen 14-Punkte-Rückstand aufgeholt haben. Trotz erneuten hohen Rückstands sind wir am Ende nochmal auf sechs Punkte rangekommen, haben dann aber leider zu viele Fehler gemacht, so dass es dann doch noch im Ergebnis deutlicher wurde.

 

Bernau hat wieder viele Dreier getroffen. War das nicht zu verteidigen oder haben sie das einfach gut gespielt?

Sie haben ihr System diszipliniert bis zum Ende durchgespielt. Teilweise haben sie den offenen Dreier erst kurz vor Ablauf der Shotclock gefunden, das war dann schwer zu verteidigen. Wir haben recht gut verteidigt, aber wenn man zu oft aushelfen muss, dann ist man zwangsweise auch mal zu spät dran. Das hat Bernau dann clever genutzt und sich gut erarbeitet.

 

Ist Bernau für dich in der Form nach sechs Siegen ein Titelanwärter?

Wenn sie auch ähnliche Leistungen in den verbleibenden drei Spielen abliefern, ihr Kader zusammenbleiben kann und diverse Spieler nicht bei Alba Berlin aushelfen müssen, dann sind sie mit Sicherheit ein heißer Kandidat fürs Finale.

 

Wie kam für dich der Kontakt nach Itzehoe zustande?

Nach meinem zweiten Jahr am College hatte ich ein paar ProA- und ProB-Teams per Mail kontaktiert, daraufhin hat sich Coach Elzie gemeldet, und ich kam in dem Jahr und im Folgenden zum Tryout. So kam der Kontakt zustande. Im Endeffekt habe ich nur eine einfache E-Mail geschickt.

 

Wie fühlt es sich an, nach vier Jahren ohne Pflichtspiele am College jetzt wieder aktiv am Wettkampf teilnehmen zu können?

Es ist total schön, nach so langer Zeit mal wieder im Wettkampf zu stehen, denn es ist was anderes als Training. Die Intensität ist da höher, das habe ich schon vermisst. Im Endeffekt trainiert man ja, um im Spiel seine Leistung zu bringen. Es ist einfach nur schön, wieder auf dem Feld zu stehen, um vor den Fans professionell Basketball spielen zu können.

 

Wie sehr profitiert dein Training davon, dass du zurzeit ein Fernstudium der Elektrotechnik absolvierst?

Ein Fernstudium heißt ja in erster Linie, dass man sich seine Zeit selbst einteilen kann und somit sehr flexibel ist. Das eröffnet mir dadurch die Möglichkeit, an jedem Training, wie zum Beispiel an den Wurfeinheiten am Vormittag, teilzunehmen. Dadurch kann man sich meiner Ansicht nach schneller verbessern. Man ist freier im Kopf, denn man hat ja keinen Acht-Stunden-Tag und muss nach der Arbeit direkt zum Training.

 

Deine Statistiken gehen stetig nach oben. Du standst sogar schon in der Starting Five. Wo siehst du bei dir noch Entwicklungspotenzial?

Ich sehe überall noch Bedarf. Vor allem will und muss ich körperlich noch zulegen. Ich möchte zudem an meinem Dribbling arbeiten und bei meinem Wurf konstanter werden. Im Spiel brauche ich noch mehr Selbstvertrauen, denn da bin ich noch zu aufgeregt und passe den Ball zu schnell zurück, um keine Fehler zu machen, anstatt mir die Zeit zu nehmen und auf den richtigen Moment für den Pass zu warten. Es ist jetzt mein erstes Jahr, in dem ich voll im Training und im Team bin. Da ist noch Luft nach oben.

 

Am Wochenende ist das Tabellenschlusslicht aus Essen auf dem Lehmwohld zu Gast. Da ist ein Sieg Pflicht um die Playoffs zu erreichen, oder?

Wir müssen mindestens zwei Siege aus den letzten drei Spielen holen, um sicher in den Playoffs zu stehen. Das heißt, wir haben es noch selbst in der Hand und auf dem Weg dahin dürfen wir Essen, nur weil sie Letzter sind, nicht unterschätzen. Wir müssen fokussiert ins Spiel gehen und den Spielplan vom Coach auf dem Feld umsetzen. Dann bin ich mir sicher, dass wir das Spiel gewinnen und damit einen wichtigen Schritt in Richtung Playoffs machen.

 

Noch ein Wort an die Fans?

Vielen Dank für eure Unterstützung bis hier hin. Es ist immer wieder ein tolles Erlebnis, alle 14 Tage vor so einem Publikum zu spielen. Das haben mir auch meine Eltern bestätigt, die schon ein paar Mal in Itzehoe waren, um sich die Spiele anzuschauen. Sie finden es klasse, wie es alles abläuft, und wir hoffen, dass ihr weiterhin so zahlreich zu den beiden letzten Heimspielen in die Halle kommt. Da Wedel nicht weit weg ist, könnte es quasi auch ein Heimspiel werden, wenn viele Fans sich auf den Weg machen, um uns auch dort zu unterstützen.


Vielen Dank, Lucas, und viel Erfolg am Samstag!

Let's fly, Eagles!

 

 

 

 

 

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