Auswärtscoup in Bochum

Ausrufezeichen der Itzehoe Eagles: In der BARMER 2. Basketball Bundesliga hat das Team von Patrick Elzie bei den VfL SparkassenStars Bochum die Punkte mitgenommen. Die Itzehoer siegten 76:71 (15:11, 22:22, 21:16, 18:23).

Eine starke Teamleistung war die Basis für den Erfolg. Und eine sehr gute Verteidigung. In vielen Partien dieser Saison war sie die Achillesferse der Eagles, jetzt funktionierte sie erneut zur vollen Zufriedenheit des Coaches. „Richtig stolz“ war Elzie auf sein Team. „Die Verteidigung war in den letzten beiden Spielen deutlich besser.“ Mit einer Zonendefense begannen die Eagles in Bochum und überraschten den Tabellendritten damit. Selbst hatten die Itzehoer allerdings auch Probleme beim Punkten, so ging es mit nur leichten Vorteilen durch das erste Viertel.

Als die Gastgeber im zweiten Abschnitt eine bessere Phase hatten und beim 24:22 (15. Minute) erstmals in Führung gingen, zeigten die Eagles eine weitere Qualität: Sie bewahrten die Ruhe. Die Begegnung blieb eng, doch die Gäste fanden immer wieder die nötige Antwort. Thorben Haake war mit drei Dreiern in der ersten Halbzeit zur Stelle, Flavio Stückemann traf kurz vor dem Wechsel zwei Mal von außen. Lars Kröger sorgte für den 37:33-Halbzeitstand.

Sicheres Spiel hatte Elzie von seinem Team sehen wollen – das gelang mit nur sechs Ballverlusten in der ersten Hälfte. Manche hätten keinen guten Tag erwischt, dafür seien aber andere wie Haake oder Kröger in die Bresche gesprungen. Auch die Bankspieler, die nicht zum Einsatz kamen, waren voll im Spiel und feuerten die Kollegen an: „Es war schön zu sehen, dass die Mannschaft intakt ist“, freute sich Elzie. Und Kevin Mickle? Der amerikanische Neuzugang hatte dank der Unterstützung durch die Ausländerbehörde des Kreises und die Agentur für Arbeit rechtzeitig die Spielberechtigung bekommen. Das zahlte sich aus: Mickle zeigte laut Elzie „ein sehr gutes erstes Spiel“ und trug 17 Punkte zum Erfolg bei.

Das dritte Viertel verlief zunächst ähnlich wie die ersten beiden. Nachdem die Gastgeber in der 27. Minute auf 49:47 verkürzt hatten, nahm Elzie die Auszeit. Danach war es Stückemann, der seine Mannschaft mit fünf Punkten und einer Vorlage für Mickle auf Kurs brachte, vor dem letzten Viertel stand es 58:49. Es sollte noch besser kommen: Die Gäste spielten weiter überlegen, Johannes Konradt traf, sechs Minuten vor dem Ende führten die Eagles 71:56.

Die Entscheidung war das noch nicht. Nach gelungenen Offensivaktionen witterten die Bochumer ihre Chance und kamen Punkt um Punkt heran. Gut eine Minute vor Schluss war die Führung auf drei Punkte geschrumpft, doch erneut übernahm Konradt erfolgreich die Verantwortung. „Er ist momentan in sehr guter Verfassung“, lobte Elzie. Bochum traf zum 74:71 – und hatte nach einem Offensivfoul von Stefan Schmidt 20 Sekunden vor Schluss plötzlich die Chance zum Ausgleich. Die vereitelte die Eagles-Verteidigung, die keinen Wurf der Gastgeber zuließ. Von der Freiwurflinie sicherte Haake den Sieg.

Der sei nicht unbedingt zu erwarten, aber sehr wichtig gewesen, sagte Elzie. In der Tabelle sind die Teams an diesem Spieltag noch enger zusammengerückt, umso wertvoller ist der Auswärtscoup beim bisherigen Dritten: „In Bochum zu gewinnen, schaffen nicht alle Teams.“ Im Dezember haben die Eagles die Chance, bei drei Heimspielen weiter vorzurücken. Zum Auftakt geht es kommenden Sonnabend gegen die BSW Sixers.

Eagles: Flavio Stückemann (19, 3 Dreier, 5 Assists), Kevin Mickle (17, 2 Dreier), Johannes Konradt (17, 2 Dreier, 7 Rebounds), Thorben Haake (11, 3 Dreier), Lars Kröger (8), Stefan Schmidt (2, 9 Rebounds), Fabio Galiano (2), Erik Nyberg, Tim Lang, Lucas Wilke, Joachim Feimann, Leon Hutter.

 

 

 

Nächste Aufgabe: Bochum

Nächster Spieltag, dieselbe Ausgangslage: Die Partie bei den VfL SparkassenStars Bochum liefert neue Hinweise, ob die Itzehoe Eagles in der BARMER 2. Basketball Bundesliga eher nach oben schauen können oder weiter in den unteren Regionen bleiben. Das Spiel beginnt Sonnabend um 19 Uhr in Bochum.

Eagles-Coach Patrick Elzie wird nicht müde, immer wieder zu betonen: „In dieser ausgeglichenen Liga ist jedes Spiel wichtig.“ Die Bochumer gehören zu den drei Teams, die bisher am konstantesten gespielt haben und stehen mit sechs Siegen und drei Niederlagen auf dem dritten Platz. Die Eagles haben zwei Spiele weniger gewonnen und sind als Teil eines sehr kompakten Mittelfeldes nach dem Heimsieg gegen Wolfenbüttel Achter. Das Team aus dem Ruhrgebiet gehört seit Jahren zu den festen Größen der Liga, ist heimstark und sowohl auf den Außenpositionen als auch am Brett stark besetzt. „Die Aufgabe ist ganz sicher nicht einfach für uns“, sagt Elzie. „Aber wenn wir unsere Ziele erreichen wollen, müssen wir anfangen, auch aus solchen Partien etwas mitzunehmen.“

Das ist die andere Seite der Ausgeglichenheit in der Liga: Eine gute Chance gebe es immer, viel hänge von der Tagesform ab. Gespannt darf man sein, wie es den Eagles gelingt, Neuzugang Kevin Mickle nach wenigen Trainingseinheiten einzubeziehen – wenn er denn rechtzeitig die Spielberechtigung bekommt. In jedem Fall habe das Team gut trainiert und sich viel vorgenommen, so Elzie: „Vergangenes Wochenende haben wir unsere Heimbilanz ausgeglichen. Jetzt wollen wir dasselbe bei unserer Auswärtsbilanz schaffen.“

 

 

Welcome, Kevin Mickle!

Der Wechsel bei den Itzehoe Eagles ist vollzogen. Anthony McDonald ist aus familiären Gründen in die USA zurückgereist. Neu bei dem Team aus der BARMER 2. Basketball Bundesliga ist sein Landsmann Kevin Mickle. Der 25-Jährige ist allerdings nicht Aufbauspieler wie McDonald, sondern als Small und Power Forward auf dem Flügel und in Korbnähe einsetzbar.

McDonald habe eine sehr gute Rolle bei den Eagles gespielt, sagt Coach Patrick Elzie. „Jetzt nutzen wir die Chance, unsere Mannschaft ein bisschen zu justieren.“ Denn sowohl beim Punkten unter dem Korb als auch beim Rebound habe es im bisherigen Saisonverlauf Probleme gegeben. Mickle soll helfen, sie zu lösen: Der Neuzugang ist 2,01 Meter groß, athletisch und voller Energie am Werk, wie Elzie schon in den ersten Trainingseinheiten feststellte. Ebenfalls sehr wichtig: „Menschlich passt er in die Mannschaft. Ich bin guter Dinge.“

Mickle spielte mit dem Florida Gulf Coast College erfolgreich in der ersten Division der amerikanischen College-Liga NCAA, danach lief er für die Ohio University auf. Seine Profikarriere startete er beim Schweizer Spitzenclub BC Boncourt, wo der Vertrag endete, als ein Mitspieler nach Verletzung zurückkehrte und ein Ausländer zu viel im Kader war. Mickles Agent gehört zum großen Netzwerk von Eagles-Coach Elzie in der Basketballszene, vom Trainer in der Schweiz hörte Elzie nur Gutes – so kam es zur Verpflichtung.

Mickle reiste am Montag an, war nach der Durchreise von Hamburg begeistert und fühlte sich auch in Itzehoe von Beginn an wohl: Das gilt für die Stadt und die Menschen genauso wie für seine Mitspieler, die ihn sehr gut aufgenommen hätten. Der 25-Jährige beschreibt sich selbst als energiegeladenen, schnellen Spieler mit vielen Möglichkeiten, der sowohl innen als auch außen eingesetzt werden könne. Die größten Stärken? Das Agieren aus der Mitteldistanz und sein Tempo auf dem Feld, sagt der Neu-Eagle. In Itzehoe wolle er mit dem Team erfolgreich sein und dabei sein Können demonstrieren, um weiter auf sich aufmerksam zu machen. Damit er schon am kommenden Sonnabend beim Auswärtsspiel in Bochum mitwirken kann, ist viel zu tun. Für die Einsatzberechtigung sind eine Reihe von Formalitäten zu erledigen.

 

 

All the best, Anthony!

Einmal noch wurde er nach dem Sieg gegen Wolfenbüttel in der BARMER 2. Basketball Bundesliga von den Fans bejubelt – der verdiente Lohn zum Abschied. Anthony McDonald verlässt die Itzehoe Eagles. Aus familiären Gründen muss der 26-jährige Amerikaner in wenigen Tagen nach Hause fliegen.

„Anthonys Entscheidung ist absolut nachvollziehbar, es gibt Wichtigeres als Basketball“, sagte Eagles-Teammanager Stefan Flocken. Ganz genauso sieht es Eagles-Coach Patrick Elzie, „auch wenn wir natürlich unseren Leistungsträger nur äußerst ungern ziehen lassen“. McDonald ist der viertbeste Punktesammler der Liga mit im Schnitt 20,1 Zählern. Er habe eine sehr gute Zeit in Itzehoe gehabt, so der Aufbauspieler: „Es hat großen Spaß gemacht, mit dieser tollen Truppe zu spielen.“ Auch Coach Elzie sei ein großartiger Mensch, „ich habe sehr gern für ihn gespielt“. Ein Extra-Lob hatte McDonald zudem für das Management und das „sehr professionelle Umfeld“ parat.

„Wir sind dankbar, dass Anthony bei uns war und wünschen ihm und seiner Familie alles Gute für die Zukunft“, sagte Flocken. An einer Nachfolge werde natürlich gearbeitet: „Wir hoffen, schon sehr bald Neuigkeiten für unsere Fans zu haben.“

72:68 gegen die Herzöge

Noch vier Sekunden zu spielen gegen die Herzöge Wolfenbüttel. Flavio Stückemann geht für die Itzehoe Eagles an die Freiwurflinie. Erster Wurf – drin. Zweiter Wurf – auch drin. 72:68, die Entscheidung in einer spannenden Partie der BARMER 2. Basketball Bundesliga, die Eagles holen die wichtigen Punkte. Viertelergebnisse: 25:19, 13:16, 17:14, 17:19.

„Man hat beiden Mannschaften angemerkt, dass es ein wichtiges Spiel war“, sagte Eagles-Coach Patrick Elzie. Zu Beginn allerdings weniger: Munter ging es im ersten Viertel hin und her, Wolfenbüttel hatte dank guter Trefferquote zunächst leichte Vorteile. Das drehte sich, als die Eagles ins Laufen kamen und Anthony McDonald mehrfach im Fastbreak punktete. Auch der Schlusspunkt gehörte dem Amerikaner: Mit der Sirene zum Viertelende versenkte er den Dreier, seine Punkte zehn bis zwölf in diesem Abschnitt.

Eine mitreißende Szene ließ den Eagles-Vorsprung zweistellig werden: Lucas Wilke zog zum Korb, passte auf Lars Kröger, der den Ball trotz Fouls per Dunking ins Netz stopfte – 29:19. Doch die Niedersachsen konterten und erzielten die nächsten sieben Punkte. Beide Teams versuchten weiter, schnell zu spielen, aber die Fehlerquoten gingen hoch. Die Eagles trafen nicht mehr, offensiv sorgte nun vor allem der starke Johannes Konradt mit Zug zum Korb für Punkte. Elzie versuchte, den Gegner mit einer Zonenverteidigung zu überraschen, aber Wolfenbüttel punktete und glich aus zum 33:33. Immerhin reichte es für die Gastgeber noch zur knappen 38:35-Halbzeitführung.

In der zweiten Hälfte wurde Konradt früh durch sein drittes Foul ausgebremst und musste vorsichtshalber zunächst auf die Bank. Die Eagles mühten sich in einer nun zähen Partie, erst nach viereinhalb Minuten konnten sie wieder punkten. Dank engagierter Verteidigung und Wolfenbütteler Fehlwürfe hielt sich der Schaden in Grenzen, und als Flavio Stückemann einen eigentlichen misslungenen Angriff mit einem Dreier weit hinter der Linie abschloss, stand es 50:47 für die Itzehoer. Kurz darauf ließ er einen weiteren Dreier folgen, nach dem dritten Viertel führten die Eagles 55:49. Zu verdanken hatten sie das auch der Freiwurfquote der Gäste: Sie trafen in dieser Phase sehr schlecht und auch insgesamt nur 6 von 15 Versuchen, 40 Prozent.

Dennoch gingen sie in einem sehr engen Schlussviertel noch einmal in Führung, als die Gastgeber zu viele Fehler machten und nach McDonalds Dreier zum 60:54 vier Minuten lang ohne Korberfolg blieben. Bei den Gästen wiederum herrschte nach deren Korb zum 61:60 drei Minuten lang Punkte-Ebbe, die Eagles gingen wieder in Führung. Anderthalb Minuten vor dem Ende sah es sehr gut aus: Fabio Galiano, dem Elzie eine „Superleistung“ bescheinigte, holte seinen siebten Offensivrebound und staubte ab zum 69:64. In der letzten Minute stand es aber nur noch 69:68, Stückemann traf einen Freiwurf, danach hatten die Herzöge zehn Sekunden vor Schluss den Ball. Der Dreier ging weit daneben, danach stellte Stückemann von der Linie den Sieg sicher.

Partien gegen Wolfenbüttel seien für die Eagles wie ein Derby, sagte Elzie. Entsprechend hart wurde gerungen: Sein Team habe nicht immer gut gespielt, teils folgten auf gute Aktionen sofort Fehler und Ballverluste. „Am Ende haben wir ein bisschen Glück gehabt“, sagte der Trainer. Das aber hatten sich die Eagles mit großem Kampf verdient.

Eagles: Anthony McDonald (20, 3 Dreier), Johannes Konradt (17, 1 Dreier), Flavio Stückemann (13, 2 Dreier, 9 Rebounds), Fabio Galiano (11, 16 Rebounds), Stefan Schmidt (9, 8 Rebounds), Lars Kröger (2), Erik Nyberg, Thorben Haake, Lucas Wilke, Joachim Feimann, Leon Hutter, Tim Lang.

 

 

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